Month: January 2017

Studioprojekt TSE-Band

 

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Die Musiker des TSE sprudeln derzeit nur so vor Kreativität. Jede Woche werden andere selbst geschriebene Songs ausprobiert. Um die besten und meistgespielten festzuhalten, hatten Mosiah und ich beschlossen Ende November ein Aufnahmeprojekt zu starten. So muss man nun keine Angst mehr haben, dass die Songs unter und verloren gehen und man hat den Kopf frei für neue Ideen.  Die Aufnahmen fanden in einem Studio in Magomeni, einem relativ zentralem Stadtteil in Daressalaam, statt.

Das Studio, in dem wir insgesamt acht Tage an den Songs gefeilt haben, gehört Eck, einem befreundeten Producer, den ich schon ganz am Anfang meines Jahres kennengelernt habe.

Zu der Aufnahme der Audioversion haben wir im Studio ein Video gedreht. Cuthbert, ein Kumpel von mir, hat sich bereit erklärt, das Video für uns zu schneiden und zu bearbeiten.

Das Ergebnis werden fünf Songs und drei dazugehörige Videos sein, die Anfang Februar fertigbearbeitet sein werden. Ich bin von dem unbearbeiteten Material schon begeistert!

Anfang Februar werde ich die Lieder auf den Youtube- Channel des TSE hochladen und höchstwahrscheinlich wird es auch eine CD geben.

Ich freue mich sehr auf das fertige Ergebnis, weil es zeigt, wie professionell die jungen Musiker des TSE arbeiten können. Ich glaube, dass in der Band sehr viel Erfolgspotential steckt, welches wir in Zukunft noch mehr versuchen rauszuholen. Außerdem finde ich, ist es ein sehr schönes Erinnerungsstück für alle.

Freut euch auf ein schönes Album!

Hier ein paar Eindrücke, der tollen Atmosphäre im Studio.

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Weltwärts- Bericht Nr.1 nach den ersten drei Monaten in Tansania

Da ich mittlerweile seit knappen fünf Monaten in Daressalam bin, wurde es mittlerweile Zeit meinen ersten Weltwärts- Bericht zu schreiben. Da ich finanziell vom BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) unterstützt werde, ist es von deren Seite vorgeschrieben über das Jahr verteilt vier große Berichte zu schreiben die zusammenfassen, wie es mir in der Zeit hier ergangen ist und was ich alles erlebt habe.

Da dieser Bericht so gut wie alle wichtigen  Infos zu meinen Aktivitäten in Daressalam in den ersten drei Monaten beinhaltet, habe ich beschlossen ihn auch euch zur Verfügung zu stellen.

 

Weltwärts-Bericht Nr. 1:  Johannes Huck (1. August- 10.November 2016)

Ich, Johannes Huck, bin seit drei Monaten in Daressalam (Tansania). Ich arbeite in dem Jugendzentrum Talent Search and Empowerment (TSE) als Praktikant. Das TSE befindet sich im Stadtteil Ubungo, in dem ich auch mit meiner Mitbewohnerin Anna Becker in einer WG lebe.

Im Folgenden möchte ich darüber berichten, wie es mir in den ersten drei Monaten in Daressalam erging und was ich zum einen bei der Arbeit, aber auch in meiner Freizeit erlebt habe.

 1. Monat:

Projektstelle:

In der ersten Woche mussten Anna  und ich noch nicht arbeiten und wir hatten das Glück, uns von Paul Beck, unserem Vorfreiwilligen, und seinen Freunden die Stadt zeigen lassen zu können. Ab der zweiten Woche war ich jeden Tag unter der Woche im TSE. Ich lernte schnell alle Namen der rund 20 Jugendlichen, die alle zwischen 16 und 25 Jahre alt sind, und wurde in den wöchentlichen Plan eingewiesen, den die Lehrer, Mosiah und Aisha, verfolgen.

Im TSE werden Theater, Band, Englisch und Deutsch, Sport und Ngoma (traditioneller Tanz) unterrichtet. Es gibt einen Wochenplan, der eingehalten wird und für jeden Tag einen anderen Unterricht vorsieht.

In den ersten Wochen zeigte sich, welches meine Aufgaben als Freiwilliger sein sollten. Aufgaben, die mir von Anfang an zu geteilt wurden, waren: Die Vorbereitung und Durchführung des Englisch- und Deutschunterrichts und das Angebot des Einzelunterrichts für Schlagzeug und Rhythmuslehre.

Sonst sollte ich Mosiah, den Musiklehrer, bei den Proben der Band  unterstützen und natürlich bei allen anderen Angeboten auch dabei sein.

Das klingt zunächst nach viel Arbeit. Da aber alle Aktionen sehr viel Spaß machen und die Schüler im TSE alle sehr engagiert sind, gehe ich gerne zur Arbeit. Da ich 5 Tage in der Woche immer rund 8 Stunden unter Tansaniern war, habe ich es nach einiger Zeit geschafft, mit den Leuten auf Swahili einigermaßen kommunizieren zu können.

 

Freizeit:

Ich bin sehr froh, dass wir einen Monat mit Leah und Paul, unseren Vorfreiwilligen, zusammen verbringen konnten. Sie haben uns in der ersten Zeit sehr geholfen. Sie haben uns einige wichtige und interessante Teile der Stadt  und nützliche Dinge für den Alltag, wie Bankautomaten, Krankenhäuser oder auch den nächsten Supermarkt gezeigt. Außerdem haben sie mich vielen Leuten vorgestellt, mit denen ich mittlerweile befreundet bin. Sie haben uns beim Einkaufen und bei anderen Alltagssituationen, wie beim Busfahren mit dem Swahili weitergeholfen. Das war für sie bestimmt nicht immer so cool, weil wir bei manch so einer Vokabel auch mal öfters nachfragen mussten.

Ich habe seit Anfang an ein kleines Vokabelheft, in das ich so gut wie jede Vokabel schreibe. Dabei  geht es letztendlich gar nicht unbedingt darum die Vokabeln noch einmal aktiv auswendig zu lernen. Es ergibt sich von selbst, dass man sich die Vokabeln, nachdem man sie einige Male benutzt hat, merken kann. Das Buch ist eher eine Art Wörterbuch, in dem man schnell mal ein Wort nachschlagen kann, wenn man es vergessen hat.

Am Anfang haben wir sehr viele Tansanier über Leah und Paul kennengelernt. Da ich allerdings unter der Woche jeden Tag im TSE bin, habe ich auch sehr schnell dort Anschluss gefunden. Aisha, die Theaterlehrerin und „Chefin“  des TSE ist mittlerweile zur sehr guten Freundin geworden und auch mit allen anderen Schülern, wie Lehrern komme ich sehr gut klar und habe Spaß.

 

2. Monat

Projektstelle:

Seit Anfang September gehe ich mit ein paar meiner Schüler Mittwochs Basketball spielen und somit hat es sich ergeben, dass seitdem Mittwoch der Tag ist, an dem ich im TSE für alles zuständig bin. Das Basketball- Training beginnt morgens um 7:30 Uhr auf dem Gelände der Universität in Daressalam. Meistens spielen wir zwei bis drei Stunden. Danach bereite ich den Englischunterricht vor, den ich nachmittags ab 16:00 Uhr durchführe. Am Anfang war das ziemlich anstrengend. Doch nach einigen Wochen habe ich begonnen mich auf den Mittwoch zu freuen. Ich hatte nach jedem Basketball-Training und nach jeder gegebenen Englischstunde das Gefühl, dass meine Schüler Fortschritte machen.

Ein weiteres großes Projekt im September war die Vorbereitung mehrerer Auftritte der TSE- Band beim Bagamoyo- Festival Ende September.

 

Bagamoyo Festival 2016 (29/9/16- 2/10/16):

 

Vorbereitung:

Die intensive Vorbereitungen für die drei Auftritte der Bands des  TSE beim Bagamoyo-Festival 2016 begannen rund drei Wochen vor der Festivalwoche, ab dem Zeitpunkt, an dem Oliver in Daressalam ankam. Oliver ist ein ehemaliger Lehrer des TSE, der nur vorübergehend in Daressalaam war und bei einer Show mitperformen wollte.

Die Teacher- Mosiah- Band mit einem Reggea-Programm und die TSE- Band hatten ihre Stücke schon länger geprobt. Die dritte Band, die Teacher- Oliver- Band, begann erst mit Oliver zu proben. Gefühlt jeden Tag saßen die Musiker zusammen und probten die, von Oliver arrangierten, Stücke. Einige Nachmittage wurde die Probe von den langanhaltenden Stromausfällen gestört.

Festivalwoche:

Die Teacher-Mosiah-Band spielte am Dienstag schon und ist ohne Begleitung der restlichen TSE- Schüler nach Bagamoyo gefahren und am selben Abend wieder nach Ubungo zurückgekehrt.

Am Donnerstag fuhren wir am Nachmittag alle zusammen nach Bagamoyo. Oliver und Franziska, seine Lebensgefährtin, hatten sich im Voraus um ein Hostel gekümmert, in dem wir nächtigten. Am Donnerstagabend spielte die Teacher-Oliver-Band, die, in der Halle mit mehreren hundert Zuschauern und einem sehr gutem Sound, eine tolle Show ablieferten.

Am Freitag war keine Show des TSE und es war ein insgesamt sehr entspannter Tag. Nach einem gemütlichen Tag am Strand besuchten wir abends wieder das Festival.

Am Samstag blieben wir lange im Hostel, da die TSE- Band noch ein letztes Mal ihre Stücke proben wollte. Nach einem kurzen Strandausflug sind wir um 18 Uhr zum Soundcheck in die Konzerthalle. Zwischen dem Soundcheck und Beginn des Festivals um 20:30 Uhr haben wir noch etwas gegessen, sind dann aber bald wieder auf das Festivalgelände zurückgekehrt.

Als letzte Band spielte Samstagnacht gegen 24:00 Uhr die TSE- Band. Leider hatten, wegen einer anderen lauten Musikquelle außerhalb der Konzerthalle, viele Zuschauer schon frühzeitig die Halle verlassen. Die übrig gebliebenen rund 400 Zuschauer waren allerdings begeistert und viele tanzten vor der Bühne. Nach dem Konzert war die Stimmung ausgelassen und ein Großteil der Schüler blieb noch circa bis 4 Uhr auf dem Gelände des Bagamoyo-Festivals um zu tanzen. Es war eine sehr schöne Nacht.

Leider erkrankte Rama, ein Schüler des TSE, am Sonntag an Malaria. Somit musste ein Teil der TSE- Gruppe frühzeitig nach Daressalam zurückkehren um ihn ins Krankenhaus zu bringen. Der Rest ist gemeinsam mit mir und Mosiah noch einmal an den Strand gefahren.

Rama geht es wieder gut und alle anderen Schüler sind auch heil wieder von dem Trip zurückgekehrt.

 

 

Freitzeit:

Leider habe ich, bedingt durch meine Arbeitszeiten, nicht sehr viel Zeit um mich um Kontakte außerhalb meines Projektes zu kümmern. Daher fand ich es cool, dass Anna, meine Mitbewohnerin, immer wieder jemand neues mit in unsere WG gebracht hat. Somit erweiterte sich unser Freundeskreis um immer mehr Tansanier und es gab viele Abende, an denen ich eigentlich müde von der Arbeit nach Hause kam und ich dann allerdings doch noch von ein paar Freunden überzeugt wurde, etwas zu unternehmen.

Mit dem Swahili ging es im zweiten Monat auch gut voran. Durch den Besuch von Franziska, meiner Ansprechpartnerin bei Kawaida e.V, in Daresssalam, hatte ich einen erhöhten Input an Swahili-Vokabeln, der mich mit der Sprache schnell weiter brachte.

3. Monat

Projektstelle:

Nach den Auftritten auf dem Bagamoyo- Festival Anfang Oktober, war zunächst eine kleine Motivationsflaute im TSE zu verspüren. Die Beteiligung an unserem Wochenprogramm war nicht mehr so hoch. Insgesamt war die Motivation Aller ein wenig angeschlagen. Auch meine Motivation den Englischunterricht vorzubereiten war nicht mehr so groß. Doch würde ich sagen, dass ich das bis Ende Oktober wieder im Griff hatte. Ich bereitete den Englischunterricht wieder so vor, dass er allen Schülern Spaß machte, es kamen wieder mehr Schüler zum Programm und es wurden wieder neue Aktionen für die nächsten Wochen geplant.

Geplant wurde eine Show der Raggae- Band auf einem Festival in Daressalam, sowie eine Studioaufnahme einiger Songs, welche für Ende November vorgesehen ist.

 

Freizeit:

Im Oktober ist zunächst nicht so viel passiert. Wir machten einige Strandausflüge, schauten gemeinsam Filme und sind auch ein paar Mal zusammen feiern gewesen. Außerdem organisierte unser Freundeskreis eine Culture-Party, auf der es deutsches und tansanisches Essen gab und wir bestimmt rund 25 Personen in unserer WG in Ubungo zu Besuch hatten.

Ende Oktober stellte sich heraus, dass unsere Residence- und Work- Permit, nicht, wie geplant, bis Anfang November ausgestellt werden könne, da die bürokratischen Wege in Tansania alle ziemlich lang sind. Allerdings wären unsere Touristenvisa am 2. November abgelaufen. Daher mussten Anna und ich, um ein neues Touristenvisum zu erhalten, an die tansanisch- kenianische Grenze reisen.  Somit nahmen wir am letzten Oktoberwochenende einen Dreitagestrip nach Norden auf uns, um das Aufenthaltsrecht für drei weitere Monate zu erhalten. Für zwei einfache Stempel in unserem Reisepass war das eine sehr aufwendige Aktion.

 

 

Fazit:

Insgesamt waren die ersten drei Monate meines Freiwilligenjahres in Daressalam eine sehr intensive und aufregende Zeit, in der ich sehr viele interessante und nette Leute kennengelernt habe. Ich habe gemerkt, dass es sehr einfach sein kann eine neue Sprache zu lernen, neue Freunde zu gewinnen oder nicht mehr zu Hause zu wohnen. Ich bin glücklich mit meinem Projekt, weil ich dort machen kann, was mir Spaß macht. Es ist vor Allem die Musik, die mich glücklich macht, da sie mich mit den Anderen in meinem Projekt auf einer ganz einfachen Art und Weiße verbindet. Das ist ein tolles Gefühl.

Zudem kommt, dass ich abends gerne nach Hause komme und ich mir entweder einen entspannten Abend mit Anna machen kann oder ich noch etwas mit meinen Freunden unternehmen kann.

Aus der jetzigen Sicht  bin ich froh, dass ich mich für ein dieses Jahr entschieden habe.