Month: October 2016

2. Monat- Watu

Watu heißt Menschen auf Swahili. Da das Thema Menschen zur Zeit meinen Alltag hier in Tansania in gewisser Weise dominiert, möchte ich im Folgenden davon erzählen, wie ich Menschen kennenlerne.

Überall, wo man ist, zieht man durch seine Hautfarbe Aufmerksamkeit auf sich. Auf der Straße wird man fast von jedem gegrüßt, beim Tanzen in der Disko intensiv beäugt und ich habe oft das Gefühl, dass viele Menschen nur den Kontakt zu mir auf Grund meiner Hautfarbe suchen. Für die erste Kontaktaufnahme ist das, aus meiner Sicht, zunächst gar nicht so schlecht. Man kann ein bisschen Smalltalk führen, tauscht Nummern aus und kann dann meistens über Whatsapp weiterquatschen. Erst in den darauf folgenden Gesprächen im Chat oder bei Verabredungen entscheidet sich, ob man auf weiteren Kontakt Lust hat oder nicht.

Leider kommt es oft vor, dass der Gegenüber auf Geld aus ist oder sich, durch den Kontakt zu mir, verschiedenste andere Hoffnungen macht. Das ist dann eher unsympathisch.

Schön ist, dass ich schon einige Leute kennengelernt habe, bei denen ich mir absolut sicher bin, dass es überhaupt nicht drauf ankommt, ob ich „reicher“ Europäer und weiß bin.

Es ist mittlerweile ein netter kleiner Freundeskreis um mich herum entstanden, den ich am Wochenende und manch Abend unter der Woche sehr zu schätzen weiß. Ich verstehe mich gut mit meiner Mitbewohnerin Anna und den Leuten an meinem Arbeitsplatz. Außerdem hat sich in den letzten Wochen eine nette Gruppe aus Freiwilligen gebildet, die alle verstreut in Daressalam wohnen. Dieser Gruppe haben sich einige sehr coole und aufgeschlossene Tansanier angeschlossen, mit denen wir oftmals in unserer Wohnung in Ubungo rumhängen, feiern gehen oder Strandausflüge unternehmen.

Ich arbeite jeden Tag von 12:00 bis ca. 19:30 Uhr. Wenn ich abends nach Hause komme, bin ich eigentlich immer müde, weil die Tage anstrengend und intensiv sind. Ich mag meinen Job und ich finde es auch ein schönes Gefühl, abends von dem am Tag Geschafften erschöpft zu sein. Allerdings hindert mich meine Arbeitszeit oftmals daran, in meiner Freizeit noch etwas zu unternehmen, bei dem ich Tansanier kennenlernen könnte. Somit beschränkt sich vieles auf die Wochenenden. Trotzdem kenne ich jetzt schon, über verschiedenste Kontakte, eine ganze Menge an Menschen, die hier leben, oder für kürzere oder längere Zeit in Daressalam sind.

Um die Menschen in meinem Umfeld besser kennenzulernen, habe ich seit einigen Tagen damit begonnen kleine Interviews zu führen, die sich als sehr interessant und aufschlussreich herausstellen. Ich stelle allen die gleichen oder ähnliche Fragen und bin gespannt, was ich dadurch alles erfahren kann. Solange diese damit einverstanden sind, möchte ich in den nächsten Wochen kleine Portraits von verschiedensten Personen aus meinem Umfeld erstellen und diese auch auf meinem Blog mit euch teilen.

Klicke dazu auf Watu.