Wie geht´s weiter?

Ich bin zurück in Deutschland. Tansania ist allerdings deswegen nicht aus meinem Leben. Ich habe engen Kontakt zu meinen Freunden in Tansania bei Talent Search and Empowerment und in ganz Dar es Salaam. Ich vermisse viele verschiedene Dinge, und Menschen. Ich habe Angewohnheiten in Tansania angenommen, über die ich mir erst jetzt klar werde, wo ich zurück in Deutschland bin. Und ich bin ein bisschen traurig , wie schnell man sich doch an das schnelle, durchgecheckte Leben in Deutschland wieder gewöhnt.

Bild Kawaida

 

Auch mein Engagement bei Talent Search and Empowerment und bei “Kawaida e.V- Sozialer Dienst” soll weiter laufen. Ich halte das Projekt,  TSE, für eine sehr geeignete Stelle für Weltwärts- Freiwillige und möchte mich darum umso mehr bei Kawaida einbringen um zu ermöglichen, dass auch zukünftig deutsche Jugendliche die Chance bekommen, in einem so tollen Projekt wie dem Talent Search and Empowerment einen Freiwilligendienst zu machen.

Mit meiner Nachbarin Nicola Kiefer starte ich jetzt gerade ein neues kleines Spendenprojekt. Nicola häckelt sehr schöne Wintermützen und verkauft diese bei  Veranstaltungen in der Region. Auf Wunsch strickt sie aber auch verschiedene Kindermützen mit Tiermotiven und Mützen für Erwachsene. Der Gewinn aus dem Verkauf der Mützen soll als Spende für Talent Search and Empowerment verwendet werden.

 

Alltag, Gewohnheiten und Abschied

Mein letzter Weltwärts- Bericht

Ich bin wieder zurück in Deutschland. Um über die letzten Monate und das Jahr im Ganzen  euch zu berichten möchte ich meinen letzten Weltwärts- Bericht mit euch teilen. Viel Spaß beim lesen…

Fragen im standardisierten FW-Bericht

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An welchen Begleitseminaren* (Vorbereitungs- und Zwischenseminare) hast du teilgenommen? Wie lange haben sie jeweils gedauert und welche Erfahrungen hast du dabei gemacht?

Ich habe bisher an zwei Vorbereitungsseminaren und einem Zwischenseminar teilgenommen. Insgesamt waren es 9 Tage in der Vorbereitung. Das Zwischenseminar ging 6 Tage. Bei den Vorbereitungsseminaren habe ich viele Informationen spezifisch zu meiner Projektstelle, dem Einsatzland und der neuen Umgebung bekommen, aber auch zum Freiwilligendienst selbst und zu enwicklungspolitischen Fragestellungen.

Leider war das Längere der beiden Vorbereitungsseminare nicht speziell für Freiwliige, die nach Tansania entsand wurden, sondern weltweit. Somit waren viele Themen nur sehr allgemein angesprochen und man hat meiner Meinung nach nicht genug sein eigenes Gastland thematisch behandelt.

Nun werde ich im September und Oktober insgesamt 7 Seminartage besuchen, auf denen ich die Möglichkeit bekomme im Austausch mit anderen Freiwilligen meine Weltwärts-Freiwilligendienst zu reflektieren und ein Stück weit abzuschließen.

Bitte beschreibe, welche Informationen zum Thema Sicherheit dir geholfen haben und welche du dir eventuell zusätzlich gewünscht hättest. Wusstest du immer, an wen du dich in Notfällen oder bei persönlichen Krisen wenden kannst?

Ich habe durch persönliche Recherche und einem Arztgespräch vieles über gesundheitliche andere Risiken herausgefunden. Auch auf den Vorbereitungsseminaren haben wir grundlegende Tipps und Anweisungen bekommen, die uns helfen sollten unsere Sicherheit zu wahren. Was mehr geholfen hat als das theoretische Besprechen von Gefahren im Gastland, waren persönliche Berichte von Vorfreiwilligen und anderen Personen, die schon einen längeren Aufhenthalt in Tansania hatten. Auch direkt Vorort der Austausch mit Tansaniern und anderen Freiwilligen hat sehr geholfen.

Ich wusste immer an wen ich mich bei Notfällen wenden kann. Ich hatte sehr engen Kontakt zu den Mitgliedern meiner Entsendeorganisation, hatte einen Mentor in Tansania und hatte Ansprechpartner in meinem Projekt (andere Lehrkräfte, Chef von TSE).

Bitte beschreibe, welche Informationen zum Thema Gesundheit dir geholfen haben und welche du dir eventuell zusätzlich gewünscht hättest. Wusstest du, an wen du dich im Krankheitsfall wenden kannst?

Ich hatte ein Arztgespräch über gesundheitliche Risiken und wurde auf den Seminaren intensiv über sämtliche Krankheiten unterrichtet.  Ich wusste immer was ich im Krankheitsfall machen musste, kannte die Krankenhäuser in Dar es Salaam und hatte glücklicherweiße auch ärztliche Beratung durch meinen Vater. Bei Notfällen war unsere Entsendeorganisation Kawaida e.V. –Sozialer Dienst in Afrika immer gut zu erreichen. Ebenso die Auslandkrankenversicherung war immer gut erreichbar.

Hattest du eine persönliche Ansprechperson/MentorIn außerhalb deiner Einsatzstelle? War die Person für Dich gut erreichbar? Welche Erfahrungen hast du mit ihr gemacht?

Ja, Ich hatte einen Mentor, der sich hauptsächlich um unsere Visaangelegenheiten gekümmert hat. Josephat, unser Mentor war nicht immer gut zu erreichen, was aber nicht so schlimm war,da wir sehr gut zurecht kamen und sehr viele andere Ansprechpersonen hatten (PO/EO).

Bitte beschreibe deine Erfahrungen mit dem Erlangen eines Visums/einer Aufenthaltsgenehmigung. Gab es Probleme damit? Wenn ja, welche und wie konnten sie gelöst werden?

Ich bin Anfang August 2016 mit einem Touristenvisum nach Tansania eingereist und hatte sehr lange große Schwierigkeiten eine Aufenthalts- bzw. Arbeitserlaubnis zu erhalten. Ich musste zwei Mal an die tansanische Grenze um durch Aus- und Wiedereinreise ein neues drei monatiges Touristenvisum zu erhalten um überhaupt im Land bleiben zu dürfen. Das erste Mal bin ich mit meiner Mitfreiwilligen ein Wochenende an die tansanisch-kenianische Grenze gefahren nur um das Touristenvisum zu erhalten. Das „dritte“ Touristenvisum habe ich in Verbindung einer Ost-Afrikareise  erhalten, als ich nach Sambia ausgereist bin und nach zwei Wochen wieder nach Tansania zurückgekehrt bin. Somit war ich bis Mitte Februar, also rund 7 Monate ohne langfristige Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis im Gastland und habe mich an meiner Arbeitsstelle ohne Arbeiterlaubnis aufgehalten.

Es ist zu vermerken, dass diese Verzögerungen nicht unser Vergehen bzw. das Vergehen von unserer EO oder PO oder unserem Mentor waren. Wir hatten alleine in den ersten zwei Monaten sämtliche Behördengänge und haben immer schnellstmöglich alle eingeforderten Dokumente bereitgestellt. Das Hauptproblem war, dass unsere Dokumente lange nicht angenommen wurden. Jedes Mal wenn unser Mentor oder wir im Immigration Office waren, gab es ein neues Dokument, welches besorgt oder beglaubigt werden musste. Irgendwann kam es uns so vor,als wollten die Beamten uns einfach kein Visum ausstellen und würden jedes Mal wenn wir kamen eine neue Vorraussetzung „erfinden“. Es gab schlicht einfach keine genaue Zusammenfassung der vorzulegenden Dokumente. Somit hat es allein 3 Monate gedauert bis wir unsere Dokumente einreichen durften. Bis wir dann unsere Visas hatten vergingen noch einmal vier Monate, in denen es durch sehr lange Wartefristen zu Verzögerungen kam.

Ich finde es unverschämt, dass man für die Aufenthalt- und Arbeitserlaubnis 1050$ Dollar zahlt und man acht Monate darauf warten muss. Ich hoffe, dass sich die Zuständigen Institutionen in Deutschland darum bemühen, einen gewissen Druck bei tansanischen Regierungsbehörden aufzubauen um etwas zu verbessern.

Bitte beschreibe deine Hauptaufgaben am Einsatzplatz und wie du dafür mit den MitarbeiterInnen der Einsatzstelle zusammengearbeitet hast.

Talent Search and Empowerment ist eine Einrichtung für Jugendliche zwischen 15 und 26 Jahren. Das Zentrum ist jeden Tag von Montag bis Samstag von 12 bis 19 Uhr geöffnet. In dieser Zeit war ich immer anwesend. Neben der Betreuung der Jugenlichen war ich hauptsächlich für den Englisch- und Musikunterricht zuständig. Ich habe zwei Mal in der Woche zwei Englischklassen unterrichtet und habe Einzelunterricht für Schlagzeug gegeben. Außerdem gehörten Büroarbeiten zu meinen Aufgaben. Das Projekt ist für Freiwillige sehr offen gestaltbar, da die Schüler und Lehrer unkompliziert und flexibel bzw. offen gegenüber neuen Ideen sind.

In den ersten Wochen hatte ich eine Eingewöhnungsphase, in der ich noch nichts machen musste und zunächst mit den Schülern und Lehrern in Kontakt treten konnte und mich orientierte. Das hat mir sehr geholfen. Mit der Zeit und meinen steigenden Swahilikenntnissen wurde meine Arbeit selbstständiger, man sprach sich mit Führungskräften, Lehrerkollegen, aber vorallem auch den Schülern ab, welche Ziele man verfolgte. Ein großes Ziel war zum Beispiel ein Album aufzunehmen. Die Songs des Album wurden eingeübt und ich hatte mir in Absprache mit dem Musiklehrer von TSE Mosiah zum Ziel gesetzt, ein Studio zu finden, in dem wir das Album produzieren konnten. Im Dezember waren wir im Studio, im Januar hatten wir die ersten Demoversionen, im Februar ein CD-Cover und im März die fertige CD in hundertfacher Ausgabe. Ein tolles Projekt, in dem ich gemerkt habe wie eingespielt die Lehrer und Schüler sind.

Bei jedem Projekt, das ich in Angriff genommen habe, habe ich mich zunächst mit allen abgesprochen. Das hat sehr geholfen. Ich bin sehr froh einen so tollen Ort gefunden zu haben und habe durch TSE eine zweite Heimat in Tansania gefunden.

Bitte beschreibe, welche Lernerfahrungen du bislang zu entwicklungspolitischen Fragestellungen wie z.B. den Themen Globale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit gemacht hast.

Ein wichtiges Thema war und ist „helfen“. Wie helfe ich meinem Projekt, meinen tansanischen Freunden oder der Gesamtheit an Tansanniern. Helfe ich überhaupt? Hat mein Freiwilligendienst irgendjemandem anderem genutzt als mir selbst? Ich glaube, dass sich mein Projekt Talent Search and Empowerment sehr gut dazu geeignet hat sich einzubringen. Ich habe neben Unterrichtseinheiten für Musik und Englisch auch einige andere Projekte geleitet, die meine Schüler fortgebildet haben. Zum Beispiel habe ich ein Fund Raising Programm iniziiert, welches Gelder zum Kauf von neuen Musikinstrumenten beschafft hat.

Abgesehen vom Projekt habe ich oft Freunden und Bekannten finanziell ausgeholfen. Ich weiß nicht, ob ich mich in diesem Zusammenhang richtig verhalten habe. Ich konnte manchmal die Grenze nicht mehr ziehen, wen ich mit wie viel Geld unterstützen möchte und wen nicht. Ich kam irgendwann in das Dilemma, dass ich gemerkt habe, dass ich mit meinem monatlichen Budget viel mehr zur Verfügung habe, als ich benötige. Gleichzeitig habe ich gesehen, dass andere dauernd Probleme haben.

Ich glaube es gibt unterschiedliche Arten Geld spenden zu können. Die Frage ist immer, ob man spenden möchte und das Geld kurzfristig oder langfristig helfen soll. Meine Eltern standen oftmals vor dem Dilemma in welche Projekt und an welche Hilfsorganisation sie ihre Spenden richten sollen. Die Frage war: Beispielsweiße lieber in ein Bildungsprojekt oder doch lieber in die „Direkthilfe“ (ein Sack Reis in Somalia). Nun stand ich selbst vor diesem Problem immer die Möglichkeiten zu haben, entweder einem Freund privat auszuhelfen oder das Geld vermeintlich längerfristiger in Equipment für das Talent Search and Empowerment zu investieren.

Ich kam zu dem Schluss, dass nichts von beidem besser ist als das andere. Es benötigt beide Arten von Spende. Im globalen Maß gesehen, aber auch für mich persönlich gesehen. Man muss entscheiden, ob man direkt vielleicht auch kurzfristig oder langfristig ein Projekt unterstützen möchte. Man sollte nicht gegeneinander abwägen welchen Menschen es schlechter geht oder mit welcher Spende man „besser“ hilft. Jeder sollte genau die Projekte unterstützen, die er für wichtig hält. Wichtig ist, dass jedem, der sowohl kleine als auch große Problem hat  geholfen werden sollte.

Möglichkeit für den/die FW frei zu schreiben. An dieser Stelle entscheidest du selber, was du berichten möchtest.

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Ich möchte über die Menschen berichten, die ich in Tansania kennenlernen durfte. In einem solchen Jahr trifft man unbeschreiblich viele Menschen. Ich kann mich bestimmt nicht mehr an alle erinnern.  Man trifft Menschen, die man von Anfang an sympatisch findet, Menschen, die man erst nach einer Zeit wertzuschätzen lernt, Menschen, die man möglicherweiße sogar lieben lernt, aber auch Menschen, mit denen man einfach nicht klar kommt. In Tansania habe ich in diesem Jahr durch den engen Kontakt zu einem mir erst fremden Grüppchen von Menschen Freunde und Familie gewonnen. Ich habe Menschen getroffen, die sich mir bediengungslos geöffnet haben und sich auf mich, als ein Fremder in deren Land, auf eine Weiße eingelassen haben, die ich sehr zu schätzen weiß.

Ich habe mit einigen Freunden und Bekannten aus meinem direkten Umfeld Interviews geführt, die ich unter anderem auch auf meinem Blog gestellt habe. (https://johannestanzania.wordpress.com/watu-menschen/)

Irgendwann habe ich mir vorgenommen die Fragen aus diesen Interviews am Ende meines Freiwilligen Jahres selbst zu beantworten. Warum nicht auch im offiziellen Weltwärtsbericht?

1)     Kwa nini unakuja TSE? (Warum kommst du ins TSE?)

Das erst Mal kam ich zu Talent Search  and Empowerment ohne irgendjemand zu kennen.  Ich war aufgeregt und konnte mich fast mit niemandem unterhalten, weil ich noch kein Wort  Swahili konnte. Im Laufe des Jahres habe ich dank TSE, Swahili gelernt und ich kam jeden Tag ins TSE, um meine Freunde zu treffen. Auf dem Gelände von TSE entsteht so gut wie jeden Tag eine gigantische Atmosphäre. Wenn sich 15- 20 Schüler gleichzeit in künstlerischen Projekten betätigen, entsteht eine tolle Stimmung. Am einen Ende des Grundstücks übt eine Gruppe Tanz, auf der anderen Seite eine Gruppe Sänger. Drinnen gibt es fünf verschiedene Schüler oder Schülerinnen,  die unabhängig von einander ihr Instrument üben. Es entsteht ein ohrenbetäubender Lärm und es ist herrlich. Wenn man möchte und Zeit hat kann man sich draußen an der frischen Luft in den Schatten unter einen Baum setzen sich mit seinen Kumpels unterhalten oder sein Instrument üben.

Allein wegen dieser wunderbaren Stimmung hat es sich für mich jeden Tag gelohnt ins TSE zu kommen.

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2)     Unamuda gani TSE?  (Wie lange bist du schon beim TSE dabei?)

Ich bin seit 13 Monaten bei Talent Search and Empowerment und werde wahrscheinlich zukünftig so oft wie möglich zurückkehren. Das Talent Search and Empowerment lässt mich so schnell nicht mehr los.

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3)     Niambie hadithi yako nzuri kutoka TSE! (Erzähle von deinem schönsten Erlebnis mit dem TSE!)

Es gab sehr viele schöne Erlebnisse. Eins der coolsten Erlebnisse war eine Show in dem Goethe Institut in Dar es Salaam. Den Auftritt hatte ich „klar“ gemacht und unsere Band von TSE stellte an dem Abend das erste Mal das neu erschienene Album „African Daugter“ vor. Wir waren mit der ganzen Truppe des TSE dort, also um die 20 Schüler und Lehrer. Die Band hatte extrem gute Laune an dem Abend und hat eine klasse Show abgeliefert, die Viele zum Tanzen animierte. Unsere Auftrittszeit wurde überzogen und die Zuhörer wollten gar nicht mehr, dass die Band aufhört zu spielen. An dem Abend wusste ich, dass das Projekt  „Album-Produktion“ funktioniert hatte.

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4)     Vitu gani unapenda Tanzania? (Was magst du an Tansania?)

Ich mag Chipsi Mayai (Eier-Pommes-Omlett). Ich finde Pikipiki (Motorradtaxi) fahren ziemlich cool und höre gerne tansanische Musik.

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5)     Vitu gani hupendi Tanzania? (Was magst du an Tansania nicht?)

Manchmal ist es sehr anstrengend zu warten. Alle brauchen immer lange und sind immer zu spät. Ich habe mir irgendwann angewöhnt selbst erst immer eine viertel Stunde später zu Verabredungen aufzutauchen um unnötiges Warten zu vermeiden.

Es gibt sehr viel Korrupte und unsympatische Polizeibeamte in Tansania. Wir hatten in diesem Jahr mehrere Male mit der Polizei zu tun und jedes Mal hatten wir danach einen noch schlechteren Eindruck von den „Ordnungshütern“.

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6)     Unajua/Unapenda nini kuhusu Ujerumani? (Was weißt du bzw. was magst du an Deutschland?)

Nun bin ich wieder zurück in Deustchland, und merke wie viele alltägliche Dinge ich unbewusst vermisst habe. Leitungswasser aus dem Wasserhahn trinken zu können, deutsches Brot, mit Freunden zu grillen… Ich wollte gerade auch sagen, dass es schön ist, dass Deutschland so eine tolle Verkehrsanbindung hat, sitze gerade aber in einem Zug nach Berlin und musste auf meiner Reise schon zwei Mal umsteigen und habe wahrscheinlich zwei Stunden Verspätung.

Deutsche Bürokratie ist etwas schönes. Bei allen Mängeln, die jeden Tag kritisiert werden, glaube ich, dass die deutschhe Bürokratie eine der produktivsten und schnellsten der Welt ist.

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Leider saßen Anna und ich auf dem Rückflug gute 20 Meter weiter hinten in der Economy Class

7)     Unadhani nini kuhusu volunteers kijerumani? (Was denkst du über deutsche Freiwillige?)

Ich glaube, dass der deutsche Freiwilligendienst keine herrausragende produktive Investition ist um Entwicklungshilfe zu leisten. Ich glaube, dass der Freiwilligendienst eine tolle Möglichkeit ist für deutsche Jugendliche ein Jahr in einem fremden Land, die Menschen und Kultur kennen zulernen. Ich glaube auch, dass es in einem solchen Jahr so viele Ausstauschmöglichkeiten gibt wie fast sonst niergens und ich glaube, dass wir als Teilnehmer eines solchen Programms einen großen Teil zu einer Aufklärung beitragen, die nicht zu unterschätzen ist. Man berichtet, man nimmt Berührungsängste, man löst Vorurteile, man bringt Menschen näher zueinander auch wenn sie tausende von Kilometern von einander entfernt sind. Ich werde immer ein Teil Tansanias in mir tragen und dieses Jahr nie vergessen.

8)     Unalolote la kusema? (Willst du noch etwas anderes sagen?)

Ich danke allen, die dieses Jahr für mich möglich gemacht haben. Zunächst danke ich Talent Search and Empowerment für die Offenheit, die mir entgegen gebracht wurde. Ich danke allen Schülern, Teacher Mosiah und Teacher Aisha, die mich immer bei Allem unterstützt haben.

Danke an Alle, die mich organisatorisch in diesem Jahr unterstützt haben. Vor allem natürlich ein großes Dankeschön an alle von „Kawaida e.V.- Sozialer Dienst in Afrika“, Franzi, Thurid, Paula und co.. Danke an Josephat der uns sehr mit den Visas geholfen hat und danke an den Vorstand von TSE, Alfred und Erick.

Danke an Mama Lina für eine tolle Wohnung, ohne die dieses Jahr bestimmt nur halb so cool gewesen wäre. Danke an Hilda, Devotha, Steve, Irene, und Grace, die tolle Nachbarn waren und mich das ein oder andere Mal gepflegt haben, wenn ich krank im Bett lag. Danke an Anna, die ein ganzes Jahr mit mir als Mitbewohnerin ausgehalten hat und unseren anderen Kumpels in Ubungo und Dar.

Ich danke meinen Eltern und meiner Familie, die mir immer als gute Ratgeber zur Seite standen und mir aus der Ferne den Rücken gestärkt haben wenn es mal nicht so lief.

Außerdem danke ich Weltwärts und dem BMZ für die finanzielle Unterstützung und Allen, die durch private Spenden mich beziehungsweiße das Talent Search and Empowerment unterstützt haben.

Danke für ein tolles Jahr. Ich werde es nie vergessen.

Das TSE- Album ist fertig!

Die Talent Search and Empowerment Band (TSE-Band) veröffentlicht ihr drittes Album: „African Daughter“

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Klicke aufs Bild um zur Audio zu gelangen


Ich hätte anfangs nicht gadacht, dass es so viel Arbeit macht ein solches Album zu produzieren, aber es war eine sehr coole Aktion, die mir sehr viel Spaß bereitet hat. Als Mosiah und ich im Oktober beschlossen haben, aus den sechs besten Songs von TSE ein Album zu basteln, war uns nicht klar, dass dabei so eine tolle Sache entstehen kann. Nach langen Tagen im Musikstudio von Eck unserem Producer, und vielen Stunden vor dem PC mit Cuthbert, dem zuständigen für die Studiodokumentation, die auch in den nächsten Tagen online erscheinen wird, haben wir das fertige Ergebnis in unseren Händen:

Sechs qualitativ nahezu perfekte Aufnahmen, 100 CDs mit einem selbst gestalteten Design, ein Online- Cover und ein breites Feld an Möglichkeiten das Album zu bewerben.

Youtube:

 

 

Tansanische Jugendliche musizieren – Spende für neue Musikinstrumente!

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Liebe Freunde und Bekannte,

Wie viele von euch wahrscheinlich wissen lebe ich seit ungefähr einem halben Jahr in Tansania und arbeite als Volunteer in dem Jugendzentrum Talent Search and Empowerment (TSE) in Dar es Salaam.

Mir gefällt Tansania sehr gut und ich habe mich in der vergangenen Zeit sehr gut eingelebt.

Vor allem meine Arbeit im TSE ist mir sehr ans Herz gewachsen. Es ist eine tolle Gemeinschaft von Kindern und jungen Erwachsenen, die zusammen musizieren, Theater spielen, tanzen, Computer und Sprachen lernen.  Insbesondere die Musikabteilung unter der Leitung Mosiah Katondo hat an Schülern und Professionalität gewonnen. Es gibt mehrere Bands, die jeden Tag proben und auf Events in der Umgebung performen.

Leider ist der Großteil des Equipment der Musiksektion defekt oder gar irreperabel kaputt. Daher benötigt es NEUE INSTRUMENTE und NEUES TECHNISCHES EQUIPMENT für die TSE- Band.

Das Tanlent Search and Empowerment in Dar es Salaam braucht eure finanzielle Unterstützung!

Informiert bzw. Spendet auf der folgenden Website! Klicke aufs Bild!

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Weltwärts- Zwischenseminar auf Sansibar

img_03181In der ersten Woche des Jahres 2017 hatten Anna und ich unser Zwischenseminar auf Sansibar. Wie unser Aufenthalt auf Sansibar verlief, könnt ihr hier lesen.

Am 30.12.16 sind mein Kumpel Olais und ich mit der Fähre nach Sansibar nd haben uns in Paje, an der Ostküste der Insel, mit rund 15 Freunden und Bekannten getroffen um dort einige gemütliche Tage am Strand zu verbringen und zusammen in das neue Jahr zu starten.

Untergebracht waren wir in einer sehr preiswerten und coolen Unterkunft. Es mussten zwar alle etwas zusammenrücken, doch das Haus war nur fünf Minuten vom kristallblauen Wasser des indischen Ozeans entfernt und so waren alle sehr zufrieden. Bis zum 03.01.17 verbrachten wir unsere Tage also einfach mal mit Nichts tun. Am Strand liegen und immer mal wieder ins leider sehr warme Wasser springen waren die Aktionen, die sich in diesen Tagen eigentlich andauernd abwechselten.

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Am dritten Januar begann unser Seminar. Zufälligerweise war die Lodge, in der wir während des Seminars untergebracht waren, keine 10 Minuten Fußweg von unserer vorherigen Unterkunft entfernt. Das Seminar fand in der Summer Dream Lodge in Paje statt, in der wir 28 Teilnehmer in kleinen gemütlichen Hütten schliefen. Das Seminar wurde von 4 Mentoren der Organisation Amani Kinderdorf geleitet. Neben den 10 Freiwilligen von Amani Kinderdorf, waren Freiwillige von rund 5 anderen Organisationen aus ganz Tansania
vertreten, darunter Anna und ich von Kawaida e.V..

Durch die vielen verschieden Freiwilligen, konnten unterschiedliche Eindrücke von dem vergangenen halben Jahr hier in Tansania gesammelt werden. Man hat viele neue Anstöße und Ideen zu allen möglichen Themenbereichen bekommen- Unterrichtsmethoden, Freizeitaktivitäten, das Kontakte knüpfen zu Tansaniern, Swahililernen…

Zunächst ging es sehr viel um die Selbstreflexion der vergangenen Zeit in Tansania. Es war cool sich einmal Gedanken zu machen, was man in den letzten Monaten eigentlich so gemacht, beziehungsweise erreicht hat. Ein sehr cooles Angebot war, dass jeder von uns die Möglichkeit bekam, mit einem der Betreuer ein Vieraugengespräch zu führen. Ich habe mich Petra in den knapp 90 Minuten sehr geöffnet und das Ergebnis war erstmal ein klarer Kopf und aber auch viel Stoff zum Nachdenken.

Nachdem sich alle zunächst mit sich selbst auseinandergesetzt hatten, wurden Ideen und Erfahrungen ausgetauscht. In verschiedenen Kleingruppen hatte man viel Zeit über Probleme am Arbeitsplatz, in den verschiedenen Wohnsituationen, oder über das Kontakte knüpfen mit Tansaniern zu reden.

Ein großes Diskussionsthema, das durch die Betreuer angeleitet wurde, war die Sinnhaftigkeit des Freiwilligendienstes. Es wurde darüber diskutiert, inwiefern wir uns Freiwillige als Helfende sehen sollten, wie weit wir in unserem Handeln tolerant gegenüber derimg_03061 tansanischen Kultur sind und ob man sich gar als einen Teil eines gewissen Neokolonialismus ansehen sollte. Es waren sehr tiefgreifende Diskussionen, die sich oft um die Definitionen von Begrifflichkeiten, wie Hilfe, Entwicklungshilfe oder entwicklungspolitischer Freiwilligendienst handelten. Trotzdem haben wir immer wieder die konkreten Verbindungen zu unserem alltäglichen Leben hier in Tansania finden können. Das hat für mich diese Themen sehr interessant gemacht.

Es wurde aber nicht nur reflektiert und diskutiert. Durch die vielen Ideen und Erzählungen, die man in der Woche gehört hat, konnte man sich am Ende des Seminars einen konkreten Plan für die Zukunft machen. Für mich ist zum Beispiel klar, dass ich im TSE viel mehr mit den, uns zur Verfügung gestellten, Computern arbeiten möchte. Ein anderes Thema ist das Swahililernen. Ich habe gemerkt, dass ich zwar recht viele Vokabeln schon kann, die allerdings oft mit einer schlechten Grammatik anwende. Ich möchte in Zukunft neben dem Lernen neuer Vokabeln, mehr auf die Grammatik eingehen.

Insgesamt bin ich also mit sehr vielen Eindrücken, Ideen und Stoff zum Nachdenken nach Dar es Salaam zurückgekehrt und habe nebenbei das schöne Sansibar gesehen und viele nette Leute kennengelernt.

Reisemonat Dezember: Bericht

Im Dezember hatte ich Urlaub. Obwohl das Programm im TSE normal weiter lief, konnte ich mir den ganzen Monat frei nehmen um mit Nils, einem Kumpel aus Deutschland, und Johanna, einer anderen Freiwilligen, die ich in Daressalam kennengelernt habe, auf Reisen zu gehen. Gestartet haben wir unseren Trip in Daressalam, von wo wir mit dem Tazara- Zug, eine der wenigen Zugstrecken in Ostafrika, bis nach New Kampiri Mposhi gefahren sind, was ungefähr 150 Kilometer nördlich von Lusaka, der Hauptstadt von Sambia liegt. Die Zugfahrt dauerte 48 Stunden. Wir haben zunächst den Süden Tansanias durchquert, dann die Grenze zu Sambia überquert, um dann noch einmal rund 700km Wegstrecke in Sambia zurückzulegen. Wie sich später herausstellte, ist in Tansania Zug fahren, nach dem Fliegen, die angenehmste Art zu Reisen. Wir hatten Betten in einem 6er-Abteil und viele Möglichkeiten uns, beispielsweise im Bordrestaurant, auszubreiten. Wir haben Karten gespielt, Mitreisende kennengelernt und auch mal einfach eine Weile die vorbeiziehende Landschaft betrachtet. Alles sehr entspannt.

In Sambia hatten wir zwei Stationen- Lusaka, die Hauptstadt von Sambia und die Viktoriafälle.

Schon bei der Ankunft in Lusaka haben wir gemerkt, dass Sambia von der Infrastruktur weiter entwickelt ist als Tansania.  So gut wie jede Straße, die wir in Lusaka gesehen haben, war ausgebaut und ohne Schlaglöcher. Da wir quasi auf direktem Weg aus Daressalam kamen, fingen wir an, die beiden Städte miteinander zu vergleichen. Das modernere Lusaka, mit großen Shoppingmalls und einer gewissen Ordnung auf den Straßen, im Vergleich mit Daressalam, das vor Straßenhändlern und –restaurants nur so wimmelt und auf den Straßen ein extremes Chaos herrscht, welches allerdings auch den Flair unserer derzeitigen Heimat ausmacht. Wir kamen zum Schluss, dass Daressalam eindeutig die coolere Stadt ist. Wir haben dann sogar beschlossen schon einen Tag früher weiter nach Livingstone, der sambischen Stadt an den Viktoriafällen zu fahren.

In Livingstone, waren wir in einem sehr schönen Hostel untergebracht. Obwohl die Tage am den Viktoriafällen zu den teuersten auf unserer Reise gehörten, hat es sich absolut gelohnt. Die Natur um die Wasserfälle ist beeindruckend. Im Dezember war Trockenzeit, sodass gar nicht viel Wasser da war.  Doch auch so sind die 100m hohen Wände, unter denen man steht, wenn man sich am Fuß der Fälle aufhält, unbegreiflich.

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Nach fünf schönen Tagen in Livingstone, dem Ort unserer Reiseroute, der am weitesten von Daressalaam weg war, traten wir zunächst die Rückreise an die tansanische Grenze an. Nach zwei Tagen Busfahrt mit einem Zwischenstop und einer weiteren Übernachtung in Lusaka erreichten wir die tansanische Grenzstadt Tunduma. Von dort machten wir uns direkt auf den Weg an unser nächstes Ziel- den Malawisee.

Wir waren alle froh nach gefühlten drei Tagen Bus fahren eimal wieder irgendwo anzukommen. Unser Aufenthalt in Matema Beach war für mich das Highlight auf unserer Reise. Matema Beach ist 40 km von der nächsten asphaltierten Straße entfernt und ist ein Ort, an dem man abschalten kann. Wir hatten eine geniale Unterkunft direkt am Sandstrand mit einem atemberaubenden Panorama des Sees und der Malawi Mountains. Die Bilder sagen alles…

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Unsere letzte Reisestation war Iringa und der nahe gelegene Ruaha Nationalpark. Wir hatten Glück, denn wir hatten an den Viktoria-Fällen Freiwillige aus Iringa kennengelernt, die uns angeboten hatten, in ihrer WG ein paar Tage unterkommen zu können. So ergab es sich, dass uns zwei Tage lang die schöne Kleinstadt Iringa von ein paar Insidern gezeigt wurde. Das war ziemlich cool, da ich glaube, dass wir ohne die Iringa-Freiwilligen nicht die Hälfte der schönen Orte Iringas gesehen hätten.

Der krönende Abschluss unserer Reise war die Safari im Ruaha National Park. Wir passierten die Parkgrenze am ersten Tag und verließen den Park genau 24 Stunden später um den Parkeintritt, der immer für 24 Stunden zu zahlen ist, voll auszunutzen. Schon am Nachmittag und Abend sahen wir extrem viele Tiere. Die Atmosphäre der tollen Natur, dem Sonnenuntergang und den vielen Tieren, die wir alle vorher noch nie ohne Zoogitter gesehen hatten, war unbeschreiblich. Geschlafen haben wir in dieser Nacht nicht so lange, da wir schon um 5:30 Uhr auf den Füßen waren. Denn morgens, wenn die Sonne noch nicht so heiß ist,  seien die Tiere aktiver. Und es hat sich auch wirklich als wahr herausgestellt. Unser Guide fuhr uns mit dem Jeep mit offenem Dach an wirklich beeindruckende Orte.

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Nach 20 Reisetagen und pünktlich zu Heiligabend waren wir wieder zurück in Dar und feierten ein sehr ausgelassenes tansanisch-deutsches Weihnachten in unserem Zuhause Ubungo.

Danke, Nils und Johanna, für den schönen Urlaub!!!

 

Studioprojekt TSE-Band

 

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Die Musiker des TSE sprudeln derzeit nur so vor Kreativität. Jede Woche werden andere selbst geschriebene Songs ausprobiert. Um die besten und meistgespielten festzuhalten, hatten Mosiah und ich beschlossen Ende November ein Aufnahmeprojekt zu starten. So muss man nun keine Angst mehr haben, dass die Songs unter und verloren gehen und man hat den Kopf frei für neue Ideen.  Die Aufnahmen fanden in einem Studio in Magomeni, einem relativ zentralem Stadtteil in Daressalaam, statt.

Das Studio, in dem wir insgesamt acht Tage an den Songs gefeilt haben, gehört Eck, einem befreundeten Producer, den ich schon ganz am Anfang meines Jahres kennengelernt habe.

Zu der Aufnahme der Audioversion haben wir im Studio ein Video gedreht. Cuthbert, ein Kumpel von mir, hat sich bereit erklärt, das Video für uns zu schneiden und zu bearbeiten.

Das Ergebnis werden fünf Songs und drei dazugehörige Videos sein, die Anfang Februar fertigbearbeitet sein werden. Ich bin von dem unbearbeiteten Material schon begeistert!

Anfang Februar werde ich die Lieder auf den Youtube- Channel des TSE hochladen und höchstwahrscheinlich wird es auch eine CD geben.

Ich freue mich sehr auf das fertige Ergebnis, weil es zeigt, wie professionell die jungen Musiker des TSE arbeiten können. Ich glaube, dass in der Band sehr viel Erfolgspotential steckt, welches wir in Zukunft noch mehr versuchen rauszuholen. Außerdem finde ich, ist es ein sehr schönes Erinnerungsstück für alle.

Freut euch auf ein schönes Album!

Hier ein paar Eindrücke, der tollen Atmosphäre im Studio.

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Weltwärts- Bericht Nr.1 nach den ersten drei Monaten in Tansania

Da ich mittlerweile seit knappen fünf Monaten in Daressalam bin, wurde es mittlerweile Zeit meinen ersten Weltwärts- Bericht zu schreiben. Da ich finanziell vom BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) unterstützt werde, ist es von deren Seite vorgeschrieben über das Jahr verteilt vier große Berichte zu schreiben die zusammenfassen, wie es mir in der Zeit hier ergangen ist und was ich alles erlebt habe.

Da dieser Bericht so gut wie alle wichtigen  Infos zu meinen Aktivitäten in Daressalam in den ersten drei Monaten beinhaltet, habe ich beschlossen ihn auch euch zur Verfügung zu stellen.

 

Weltwärts-Bericht Nr. 1:  Johannes Huck (1. August- 10.November 2016)

Ich, Johannes Huck, bin seit drei Monaten in Daressalam (Tansania). Ich arbeite in dem Jugendzentrum Talent Search and Empowerment (TSE) als Praktikant. Das TSE befindet sich im Stadtteil Ubungo, in dem ich auch mit meiner Mitbewohnerin Anna Becker in einer WG lebe.

Im Folgenden möchte ich darüber berichten, wie es mir in den ersten drei Monaten in Daressalam erging und was ich zum einen bei der Arbeit, aber auch in meiner Freizeit erlebt habe.

 1. Monat:

Projektstelle:

In der ersten Woche mussten Anna  und ich noch nicht arbeiten und wir hatten das Glück, uns von Paul Beck, unserem Vorfreiwilligen, und seinen Freunden die Stadt zeigen lassen zu können. Ab der zweiten Woche war ich jeden Tag unter der Woche im TSE. Ich lernte schnell alle Namen der rund 20 Jugendlichen, die alle zwischen 16 und 25 Jahre alt sind, und wurde in den wöchentlichen Plan eingewiesen, den die Lehrer, Mosiah und Aisha, verfolgen.

Im TSE werden Theater, Band, Englisch und Deutsch, Sport und Ngoma (traditioneller Tanz) unterrichtet. Es gibt einen Wochenplan, der eingehalten wird und für jeden Tag einen anderen Unterricht vorsieht.

In den ersten Wochen zeigte sich, welches meine Aufgaben als Freiwilliger sein sollten. Aufgaben, die mir von Anfang an zu geteilt wurden, waren: Die Vorbereitung und Durchführung des Englisch- und Deutschunterrichts und das Angebot des Einzelunterrichts für Schlagzeug und Rhythmuslehre.

Sonst sollte ich Mosiah, den Musiklehrer, bei den Proben der Band  unterstützen und natürlich bei allen anderen Angeboten auch dabei sein.

Das klingt zunächst nach viel Arbeit. Da aber alle Aktionen sehr viel Spaß machen und die Schüler im TSE alle sehr engagiert sind, gehe ich gerne zur Arbeit. Da ich 5 Tage in der Woche immer rund 8 Stunden unter Tansaniern war, habe ich es nach einiger Zeit geschafft, mit den Leuten auf Swahili einigermaßen kommunizieren zu können.

 

Freizeit:

Ich bin sehr froh, dass wir einen Monat mit Leah und Paul, unseren Vorfreiwilligen, zusammen verbringen konnten. Sie haben uns in der ersten Zeit sehr geholfen. Sie haben uns einige wichtige und interessante Teile der Stadt  und nützliche Dinge für den Alltag, wie Bankautomaten, Krankenhäuser oder auch den nächsten Supermarkt gezeigt. Außerdem haben sie mich vielen Leuten vorgestellt, mit denen ich mittlerweile befreundet bin. Sie haben uns beim Einkaufen und bei anderen Alltagssituationen, wie beim Busfahren mit dem Swahili weitergeholfen. Das war für sie bestimmt nicht immer so cool, weil wir bei manch so einer Vokabel auch mal öfters nachfragen mussten.

Ich habe seit Anfang an ein kleines Vokabelheft, in das ich so gut wie jede Vokabel schreibe. Dabei  geht es letztendlich gar nicht unbedingt darum die Vokabeln noch einmal aktiv auswendig zu lernen. Es ergibt sich von selbst, dass man sich die Vokabeln, nachdem man sie einige Male benutzt hat, merken kann. Das Buch ist eher eine Art Wörterbuch, in dem man schnell mal ein Wort nachschlagen kann, wenn man es vergessen hat.

Am Anfang haben wir sehr viele Tansanier über Leah und Paul kennengelernt. Da ich allerdings unter der Woche jeden Tag im TSE bin, habe ich auch sehr schnell dort Anschluss gefunden. Aisha, die Theaterlehrerin und „Chefin“  des TSE ist mittlerweile zur sehr guten Freundin geworden und auch mit allen anderen Schülern, wie Lehrern komme ich sehr gut klar und habe Spaß.

 

2. Monat

Projektstelle:

Seit Anfang September gehe ich mit ein paar meiner Schüler Mittwochs Basketball spielen und somit hat es sich ergeben, dass seitdem Mittwoch der Tag ist, an dem ich im TSE für alles zuständig bin. Das Basketball- Training beginnt morgens um 7:30 Uhr auf dem Gelände der Universität in Daressalam. Meistens spielen wir zwei bis drei Stunden. Danach bereite ich den Englischunterricht vor, den ich nachmittags ab 16:00 Uhr durchführe. Am Anfang war das ziemlich anstrengend. Doch nach einigen Wochen habe ich begonnen mich auf den Mittwoch zu freuen. Ich hatte nach jedem Basketball-Training und nach jeder gegebenen Englischstunde das Gefühl, dass meine Schüler Fortschritte machen.

Ein weiteres großes Projekt im September war die Vorbereitung mehrerer Auftritte der TSE- Band beim Bagamoyo- Festival Ende September.

 

Bagamoyo Festival 2016 (29/9/16- 2/10/16):

 

Vorbereitung:

Die intensive Vorbereitungen für die drei Auftritte der Bands des  TSE beim Bagamoyo-Festival 2016 begannen rund drei Wochen vor der Festivalwoche, ab dem Zeitpunkt, an dem Oliver in Daressalam ankam. Oliver ist ein ehemaliger Lehrer des TSE, der nur vorübergehend in Daressalaam war und bei einer Show mitperformen wollte.

Die Teacher- Mosiah- Band mit einem Reggea-Programm und die TSE- Band hatten ihre Stücke schon länger geprobt. Die dritte Band, die Teacher- Oliver- Band, begann erst mit Oliver zu proben. Gefühlt jeden Tag saßen die Musiker zusammen und probten die, von Oliver arrangierten, Stücke. Einige Nachmittage wurde die Probe von den langanhaltenden Stromausfällen gestört.

Festivalwoche:

Die Teacher-Mosiah-Band spielte am Dienstag schon und ist ohne Begleitung der restlichen TSE- Schüler nach Bagamoyo gefahren und am selben Abend wieder nach Ubungo zurückgekehrt.

Am Donnerstag fuhren wir am Nachmittag alle zusammen nach Bagamoyo. Oliver und Franziska, seine Lebensgefährtin, hatten sich im Voraus um ein Hostel gekümmert, in dem wir nächtigten. Am Donnerstagabend spielte die Teacher-Oliver-Band, die, in der Halle mit mehreren hundert Zuschauern und einem sehr gutem Sound, eine tolle Show ablieferten.

Am Freitag war keine Show des TSE und es war ein insgesamt sehr entspannter Tag. Nach einem gemütlichen Tag am Strand besuchten wir abends wieder das Festival.

Am Samstag blieben wir lange im Hostel, da die TSE- Band noch ein letztes Mal ihre Stücke proben wollte. Nach einem kurzen Strandausflug sind wir um 18 Uhr zum Soundcheck in die Konzerthalle. Zwischen dem Soundcheck und Beginn des Festivals um 20:30 Uhr haben wir noch etwas gegessen, sind dann aber bald wieder auf das Festivalgelände zurückgekehrt.

Als letzte Band spielte Samstagnacht gegen 24:00 Uhr die TSE- Band. Leider hatten, wegen einer anderen lauten Musikquelle außerhalb der Konzerthalle, viele Zuschauer schon frühzeitig die Halle verlassen. Die übrig gebliebenen rund 400 Zuschauer waren allerdings begeistert und viele tanzten vor der Bühne. Nach dem Konzert war die Stimmung ausgelassen und ein Großteil der Schüler blieb noch circa bis 4 Uhr auf dem Gelände des Bagamoyo-Festivals um zu tanzen. Es war eine sehr schöne Nacht.

Leider erkrankte Rama, ein Schüler des TSE, am Sonntag an Malaria. Somit musste ein Teil der TSE- Gruppe frühzeitig nach Daressalam zurückkehren um ihn ins Krankenhaus zu bringen. Der Rest ist gemeinsam mit mir und Mosiah noch einmal an den Strand gefahren.

Rama geht es wieder gut und alle anderen Schüler sind auch heil wieder von dem Trip zurückgekehrt.

 

 

Freitzeit:

Leider habe ich, bedingt durch meine Arbeitszeiten, nicht sehr viel Zeit um mich um Kontakte außerhalb meines Projektes zu kümmern. Daher fand ich es cool, dass Anna, meine Mitbewohnerin, immer wieder jemand neues mit in unsere WG gebracht hat. Somit erweiterte sich unser Freundeskreis um immer mehr Tansanier und es gab viele Abende, an denen ich eigentlich müde von der Arbeit nach Hause kam und ich dann allerdings doch noch von ein paar Freunden überzeugt wurde, etwas zu unternehmen.

Mit dem Swahili ging es im zweiten Monat auch gut voran. Durch den Besuch von Franziska, meiner Ansprechpartnerin bei Kawaida e.V, in Daresssalam, hatte ich einen erhöhten Input an Swahili-Vokabeln, der mich mit der Sprache schnell weiter brachte.

3. Monat

Projektstelle:

Nach den Auftritten auf dem Bagamoyo- Festival Anfang Oktober, war zunächst eine kleine Motivationsflaute im TSE zu verspüren. Die Beteiligung an unserem Wochenprogramm war nicht mehr so hoch. Insgesamt war die Motivation Aller ein wenig angeschlagen. Auch meine Motivation den Englischunterricht vorzubereiten war nicht mehr so groß. Doch würde ich sagen, dass ich das bis Ende Oktober wieder im Griff hatte. Ich bereitete den Englischunterricht wieder so vor, dass er allen Schülern Spaß machte, es kamen wieder mehr Schüler zum Programm und es wurden wieder neue Aktionen für die nächsten Wochen geplant.

Geplant wurde eine Show der Raggae- Band auf einem Festival in Daressalam, sowie eine Studioaufnahme einiger Songs, welche für Ende November vorgesehen ist.

 

Freizeit:

Im Oktober ist zunächst nicht so viel passiert. Wir machten einige Strandausflüge, schauten gemeinsam Filme und sind auch ein paar Mal zusammen feiern gewesen. Außerdem organisierte unser Freundeskreis eine Culture-Party, auf der es deutsches und tansanisches Essen gab und wir bestimmt rund 25 Personen in unserer WG in Ubungo zu Besuch hatten.

Ende Oktober stellte sich heraus, dass unsere Residence- und Work- Permit, nicht, wie geplant, bis Anfang November ausgestellt werden könne, da die bürokratischen Wege in Tansania alle ziemlich lang sind. Allerdings wären unsere Touristenvisa am 2. November abgelaufen. Daher mussten Anna und ich, um ein neues Touristenvisum zu erhalten, an die tansanisch- kenianische Grenze reisen.  Somit nahmen wir am letzten Oktoberwochenende einen Dreitagestrip nach Norden auf uns, um das Aufenthaltsrecht für drei weitere Monate zu erhalten. Für zwei einfache Stempel in unserem Reisepass war das eine sehr aufwendige Aktion.

 

 

Fazit:

Insgesamt waren die ersten drei Monate meines Freiwilligenjahres in Daressalam eine sehr intensive und aufregende Zeit, in der ich sehr viele interessante und nette Leute kennengelernt habe. Ich habe gemerkt, dass es sehr einfach sein kann eine neue Sprache zu lernen, neue Freunde zu gewinnen oder nicht mehr zu Hause zu wohnen. Ich bin glücklich mit meinem Projekt, weil ich dort machen kann, was mir Spaß macht. Es ist vor Allem die Musik, die mich glücklich macht, da sie mich mit den Anderen in meinem Projekt auf einer ganz einfachen Art und Weiße verbindet. Das ist ein tolles Gefühl.

Zudem kommt, dass ich abends gerne nach Hause komme und ich mir entweder einen entspannten Abend mit Anna machen kann oder ich noch etwas mit meinen Freunden unternehmen kann.

Aus der jetzigen Sicht  bin ich froh, dass ich mich für ein dieses Jahr entschieden habe.

2. Monat- Watu

Watu heißt Menschen auf Swahili. Da das Thema Menschen zur Zeit meinen Alltag hier in Tansania in gewisser Weise dominiert, möchte ich im Folgenden davon erzählen, wie ich Menschen kennenlerne.

Überall, wo man ist, zieht man durch seine Hautfarbe Aufmerksamkeit auf sich. Auf der Straße wird man fast von jedem gegrüßt, beim Tanzen in der Disko intensiv beäugt und ich habe oft das Gefühl, dass viele Menschen nur den Kontakt zu mir auf Grund meiner Hautfarbe suchen. Für die erste Kontaktaufnahme ist das, aus meiner Sicht, zunächst gar nicht so schlecht. Man kann ein bisschen Smalltalk führen, tauscht Nummern aus und kann dann meistens über Whatsapp weiterquatschen. Erst in den darauf folgenden Gesprächen im Chat oder bei Verabredungen entscheidet sich, ob man auf weiteren Kontakt Lust hat oder nicht.

Leider kommt es oft vor, dass der Gegenüber auf Geld aus ist oder sich, durch den Kontakt zu mir, verschiedenste andere Hoffnungen macht. Das ist dann eher unsympathisch.

Schön ist, dass ich schon einige Leute kennengelernt habe, bei denen ich mir absolut sicher bin, dass es überhaupt nicht drauf ankommt, ob ich „reicher“ Europäer und weiß bin.

Es ist mittlerweile ein netter kleiner Freundeskreis um mich herum entstanden, den ich am Wochenende und manch Abend unter der Woche sehr zu schätzen weiß. Ich verstehe mich gut mit meiner Mitbewohnerin Anna und den Leuten an meinem Arbeitsplatz. Außerdem hat sich in den letzten Wochen eine nette Gruppe aus Freiwilligen gebildet, die alle verstreut in Daressalam wohnen. Dieser Gruppe haben sich einige sehr coole und aufgeschlossene Tansanier angeschlossen, mit denen wir oftmals in unserer Wohnung in Ubungo rumhängen, feiern gehen oder Strandausflüge unternehmen.

Ich arbeite jeden Tag von 12:00 bis ca. 19:30 Uhr. Wenn ich abends nach Hause komme, bin ich eigentlich immer müde, weil die Tage anstrengend und intensiv sind. Ich mag meinen Job und ich finde es auch ein schönes Gefühl, abends von dem am Tag Geschafften erschöpft zu sein. Allerdings hindert mich meine Arbeitszeit oftmals daran, in meiner Freizeit noch etwas zu unternehmen, bei dem ich Tansanier kennenlernen könnte. Somit beschränkt sich vieles auf die Wochenenden. Trotzdem kenne ich jetzt schon, über verschiedenste Kontakte, eine ganze Menge an Menschen, die hier leben, oder für kürzere oder längere Zeit in Daressalam sind.

Um die Menschen in meinem Umfeld besser kennenzulernen, habe ich seit einigen Tagen damit begonnen kleine Interviews zu führen, die sich als sehr interessant und aufschlussreich herausstellen. Ich stelle allen die gleichen oder ähnliche Fragen und bin gespannt, was ich dadurch alles erfahren kann. Solange diese damit einverstanden sind, möchte ich in den nächsten Wochen kleine Portraits von verschiedensten Personen aus meinem Umfeld erstellen und diese auch auf meinem Blog mit euch teilen.

Klicke dazu auf Watu.

Karibu sana! – 1. Monat

Nach dem ersten Monat in Daressalam finde ich erst jetzt das erste Mal Zeit um Bericht zu erstatten.

1. Woche

Am 2. August sind Anna, meine Mitbewohnerin, und ich nach einer langen und anstrengenden Flugreise, mit Zwischenstopp in Dubai, in Daressalam angekommen.

In der ersten Woche hieß es Ankommen, und sich an alle neuen Umstände gewöhnen. Sprache, Essen, Verkehr, eigene Wohnung. Überall und dauerhaft neue, fremde Eindrücke, die auf einmal auf einen einprasseln. Das war einerseits sehr anstrengend, aber auch eine tolle und aufregende Woche.

Glücklicherweise hatten wir in den ersten zwei Wochen Paul, einer der Vorfreiwilligen von Kawaida e. V., bei uns, der unseren persönlichen Stadtführer spielte. Er beantwortete uns rund um die Uhr alle Fragen und zeigte uns die wichtigsten und schönsten Orte der Stadt und ein nützliches Repertoire an Swahili-Vokabeln.

Zweite Woche:

So langsam kann man ein paar einzelne Sätze auf Swahili bilden. Die wichtigsten:

Ich spreche nur wenig Swahili. = Ninaongea kiswahili kidogo tu.

Ich habe Hunger. = Nina njaa.

Außerdem lernten wir die unzähligen Begrüßungsformeln, mit denen man auf der Straße angesprochen wird und auf die man immer die richtige Antwort parat haben sollte.

In der zweiten Woche war ich das erste Mal an meinem Arbeitsplatz. Nach einer herzlichen Begrüßungs- Show der Schüler am Montag, wurde ich in den darauffolgenden Tagen in meine Aufgaben eingearbeitet und konnte mich schnell in das Wochen-Programm einbringen.

 

Wochen-Programm TSE:

Montag: Theaterunterricht mit Aisha

Dienstag und Donnerstag: Bandunterricht mit Mosaja

Mittwoch: Englischunterricht unter meiner Leitung

Freitag: Ngoma (traditionelles tansanisches Tanzen und Trommeln)

 

Seitdem:

In den letzten zwei Wochen habe ich viele neue Freunde gefunden, mit denen ich auch schon Einiges erlebt habe. Unter Anderem waren wir auf einer kleinen Insel vor Daressalam, haben die Nachtszene Daressalam´s kennengelernt und viele tansanische Gerichte ausprobiert.

Mittlerweile kann ich einfache Gespräche auf Swahili führen und nachverfolgen. Es ist toll zu spüren, wie man mit jedem weiteren Tag mehr versteht.

Seit einigen Tagen habe ich damit begonnen, fünf der fünfzehn Jugendlichen im TSE Schlagzeugunterricht zu geben. Es macht Spaß den ganzen Tag Musik zu machen. Neben Schlagzeug habe ich jetzt begonnen Bassgitarre zu lernen.

 

Nach einem Monat in Tansania habe ich das Gefühl angekommen zu sein!

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